Samstag, 22. November 2014

Färberknöterich

Färberknöterich
Polygonum tinctorium
Knöterichgewächse (Polygonaceae)


Beschreibung:
Der Färberknöterich ist ein einjähriges Knöterichgewächs. Die Stängel sind knotig gegliedert mit schraubig angeordneten ganzrandigen Blättern.  Die in ansehnlichen Blütentrauben zusammengesetzten Einzelblüten sind zwittrig, klein und unscheinbar. Die Blütenfarbe variiert von weiß bis rosa. Aus dem oberständigen Fruchtknoten geht eine einsamige Nuss hervor. Färberknöterich ist eine ausgeprägte Kurztagspflanze, die unter unseren Bedingungen erst Mitte August bis Anfang September zur Blüte gelangt. Aufgrund dieser Tatsache ist die Saatgutgewinnung nur in langen, warmen und frostfreien Herbsten möglich.

Klimaansprüche:
Färberknöterich stammt aus Ostasien. Er ist extrem frostempfindlich und sollte deshalb nicht vor den letzten Spätfrösten ins Freie ausgepflanzt werden.

Bodenansprüche:
Färbeknöterich benötigt Tiefgründige, feuchte Böden in gutem Nährstoffzustand. Er reagiert negativ auf Bodenverdichtungen und stauende Nässe. Auch trockene Standorte bzw. Böden mit geringem Wassernachlieferungsvermögen sind für den Anbau nicht geeignet. Für ein gutes Wachstum benötigt er hohe Mengen an Stickstoff. Eine Düngung erfolgt mit der Aussaat und nach dem ersten Schnitt. Die Aussaat der frostempfindlichen Pflanzen erfolgt am besten im zeitigen Frühjahr auf der Fensterbank in Anzuchtschalen oder Minigewächshäusern.
(Quelle: www.fnr-server.de/ftp/pdf/literatur/pdf_167-rz_fnr3_0165_broschur_internet.pdf)

Aussaat und Kultivierung:
Ich erhielt Anfang April die Samen und säte sie  in einem Minigewächshaus aus. Die Keimdauer betrug 2-3 Wochen. Nicht alle Samen gingen auf. Sobald die Pflanzen 2 Blattpaare hatten habe ich die Haube des Gewächshauses weggelassen.

Vereinzelt wurden die Pflanzen bei einer Größe von 10 cm. Ich habe sie bis zum ersten Blattpaar in neue Erde gesetzt. Es empfiehlt sich große Töpfe zu verwenden, die ausgewachsene Pflanze hat einen Platzbedarf von 30 cm Umfang. Nach anfänglich zögerlichem Wachstum verzweigt sich die Pflanze und treibt zur Seite weiter aus. Ende Mai wurden sie in Pflanzgefäßen nach draußen gestellt. An warmen Tagen ist unbedingt auf ausreichende Wasserzufuhr zu achten. Ich erntete alle bis auf zwei Pflanzen in der ersten Augustwoche.

Verwendung:
Der Färberknöterich wird zum Färben von Wolle und Baumwolle verwendet.
Verwendete Teile: Blätter
Inhaltsstoffe: Der Indicangehalt liegt bei etwa 3 bis 5 Prozent

Färberezept(e):
Ich habe mich an diese Anweisungen gehalten und ohne Küpe direkt mit den Blättern gefärbt. (www.filz-und-faden.de/html/farberknoterich.html)
Die Knöterich wurde geerntet, die Blätter von  den Stängeln gestreift, gehackt und in kaltes Wasser gegeben. Dort wird er etwa 15 Minuten geknetet.



Der Färbeflotte wird zu Stabilisierung Essigessenz zugegeben. Danach wird das Pflanzenmaterial abgeseiht und in der wässrigen knallgrünen Flüssigkeit gefärbt. Hierzu wird das Färbegut trocken eingelegt, die ersten Minuten bewegt und anschließend ca. eine Stunde ziehen gelassen. Die Wolle verblaut zusehends.



Färbeergebnis:
Wolle: helles hellblau
Baumwolle: schmutziges gedämpftes türkisblau





Bezugsquellen:
Samen: Rühlemann’s Kräuter und Duftpflanzen www.kraeuter-und-duftpflanzen.de
Wolle: Finkhof Schäfereigenossenschaft Merinowolle dünn natur finkhof.de/schafwolle/strickwolle-natur/wollgarn-duenn-naturweiss-25295.html

Baumwolle: Textil-Tröger über ebay

Montag, 24. März 2014

Gartenarbeit



... gehört eigentlich zu meinen weniger geliebten Aufgaben. Doch wenn es um meine Färbeprojekte geht überwinde ich meinen Unwillen und habe die bei Rühlemanns bestellten Samen in Minigewächshäusern ausgesät. In die Kistchen wurden Färbeknöterich für das Pflanzenfarbenprojekt, Färberoleander (Indrajao) und draußen im Topf Färberhülse  gepflanzt.




Bei meiner Suche nach den Minigewächshäusern habe ich noch was tolles gefunden. Ein PH-Meter für Gartenerde. Ich habe nicht mal gewusst das es so etwas gibt. Da kann ich mir die Anschaffung von Indikatorpapier glatt schenken. Denn es funktioniert natürlich auch mit Flüssigkeiten.

Wo ich grad schon mal dabei war habe ich auch noch Waid ausgesät. Im Sommer 2012 hatte ich auf einer Wanderung Samen von einer verwilderte Waidpflanze geerntet. Es ist unglaublich aber die Samen keimen schon nach wenigen Tagen, obwohl ich sie nicht aus Ihrer Hülse befreit hatte.

Sonntag, 23. März 2014

HENNA

Vor einiger Zeit hatte ich es schonmal mit einer Hennafärbung versucht. Den damalige Misserfolg schob ich auf meine Ungeduld. Diesmal habe ich mich an die Anweisungen in Dorothea Fischers Buch gehalten:

100g Hennapulver mit wenig Wasser angerührt (staubt wie die Hölle) und über Nacht eingeweicht.

100g Wolle mit 20% Alaun 1Stunde gebeizt und 100g ungebeizte Sockenwolle vorbereitet.

Die Flotte aufkochen und dabei stehen bleiben, das Zeug schäumt! Ich hab' das nicht getan und konnte mein Ceranfeld grundreinigen!!!

In einen Färbebeutel abbinden, was sich schwierig gestaltet wenn die Paste alle Poren verstopft.
Also  hab ich die Taktik geändert und eine Kontaktfärbung gemacht. Dabei wurden direkt beide Stränge in die Flotte geschickt. Anschließend wurde eine Stunde gefärbt und wiederum alles über Nacht auskühlen gelassen.Am nächsten Morgen habe ich die Stränge tropfnass aufgehangen.

Irgendwo hatte ich gelesen das Sonneneinstrahlung die Färbung positiv beeinflusst, deshalb nahmen meine Stränge ein kleines Sonnenbad.


Den Unterschied zwischen dem ungebeitzten und dem gebeiztem Strang kann ich auf dem Foto leider nicht einfangen. Die Wolle hat einen goldfarbenen der bei dem ungebeizten Strang leuchtender ist.

Mein Fazit. Orange habe ich auch diesmal nicht erzielen können. Meine Vermutung: Das Hennapulver ist von minderer Qualität. Einen weiteren Versuch werde ich nicht damit machen sonder es kompostieren oder verschenken.